Aufarbeitung

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Im Juni 2001 treffen die NicoTeens mit der Lemgoer Ehrenbürgerin Karla Raveh zusammen. Wie Kurt Gumpel gehörte sie zur kleinen Zahl der Juden, die während der NS-Zeit in Lemgo gelebt haben. Karla Ravehs Familie wurde fast vollständig im Konzentrationslager Auschwitz umgebracht. Sie selbst hat das Kriegsende in Salzwedel erlebt und ist dann im Jahre 1949 nach Israel ausgewandert. Seit Ende der achtziger Jahre leistet sie Versöhnungsarbeit, indem sie in jedem Jahr mehrere Monate in Lemgo verbringt, um in Stadt und Region vor allem jungen Leuten davon zu erzählen, was in Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945 möglich war und sich nicht wiederholen darf. In ihrem Elternhaus, benannt nach ihrem Geburtsnamen "Frenkel-Haus" hat die Stadt Lemgo ein Museum eingerichtet. Die Gesamtschule des Kreises Lippe in Lemgo heißt Karla-Raveh-Schule. Die Stadt Lemgo hat Karla Raveh zur Ehrenbürgerin erhoben. Karla Raveh unterstützt die NicoTeens bei ihrem Vorhaben, am Ideenwettbewerb "Auf dich kommt es an" teilnzunehmen. Sie empfiehlt den Jugendlichen, sich mit Kurt Gumpel zu beschäftigen.

Die Sommermonate 2001 werden von den NicoTeens genutzt, im Lemgoer Stadtarchiv und im Grundbuchamt zu forschen, Zeitungsarchive zu besuchen, im Internet zu recherchieren und Briefe der Mutter Rosalie Gumpel an ihre Kinder zu entziffern und auszuwerten. Jugendliche lesen Lexikaartikel, fassen zusammen, schreiben ab, fertigen Fotos an, besuchen Zeitzeugen und lesen Texte für die Internetseiten.

Kurt Gumpel stellt Unterlagen, Briefe und Fotos für die Projektarbeit zur Verfügung, die er zuvor schon dem Städtischen Museum als Dauerleihgabe überlassen hatte. Es gibt brieflichen und telefonischen Kontakt mit ihm. Er ist einverstanden, dass sein Leben in der NS-Zeit aufgearbeitet und dargestellt wird. Zu einem persönlichen Gespräch zwischen den NicoTeens und Kurt Gumpel kommt es allerdings nicht, weil ihn die Erinnerung an die damalige Zeit bis heute sehr belastet.

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