Lippische Landeszeitung

Auf den Spuren Kurt Gumpels

Beitrag der NicoTeens für Wettbewerb gegen Rechtsextremismus 

von Wolf Scherzer

Lemgo (sch). Kurt Gumpel ist ein inzwischen bald 80-jähriger Mann, der während der NS-Zeit aus Lemgo floh. In großem Respekt vor dem Leben dieses Mannes hat sich der Jugendkreis NicoTeens der Kirchengemeinde St. Nicolai mit Kurt Gumpel beschäftigt nicht nur, um damit Erinnerungsarbeit zu leisten, sondern auch, um aus der Vergangenheit für das eigene Leben zu lernen. 

Seit einem halben Jahr arbeiten die NicoTeens um Nicolai-Pfarrer Andreas Lange und Vikarin Jutta Schlitzberger an ihrem Beitrag zu einem Ideenwettbewerb gegen Rechtsextremismus und Gewalt, den die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland (aej) ausgeschrieben hat. Unterstützung erfuhren die Jugendlichen dabei von Lemgos Ehrenbürgerin Karla Raveh, Stadtführerin Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn und Museumsleiter Jürgen Scheffler.

Kurt Gumpel wurde am 28. März 1922 in Lemgo als drittes Kind der Kaufleute Gustav und Rosalie Gumpel geboren. Ihnen gehörte das Haus Mittelstraße 82, heute Schuhhaus Mengedoht. Seine Kindheit verbrachte er in Lemgo. Seine Eltern wollten ihn eigentlich die höhere Schule besuchen lassen. Doch während seine beiden älteren Brüder das Realgymnasium in Lemgo bis zur Mittleren Reife absolvierten, wurde ihm die Aufnahme dort verwehrt.Aus Angst vor Verfolgung verließ Gumpel mit 15 Jahren seine Heimatstadt und seine Familie, um aus Deutschland nach Dänemark auszuwandern. Heute lebt Kurt Gumpel im belgischen Hasselt.

Sein Vater starb 1937, seine Mutter wurde im Ghetto von Riga ermordet.Die Erinnerung an diese Zeit ist bis heute für ihn schmerzvoll. Er hat den NicoTeens gern diese Arbeit ermöglicht, hat Dokumente, Briefe und Fotos zur Verfügung gestellt. Aber Gespräche über dieser Zeit waren ihm unmöglich.

Um den Ideenwettbewerb bekannt zu machen, produzierte Pfarrer Andreas Lange ergänzend einen Radiobeitrag für den WDR. Im Interview mit dem lippischen Landesjugendpfarrer Tobias Treseler wurden die Notwendigkeit und die Ziele eines Ideenwettbewerbs gegen rechte Gewalt dargestellt. Der Beitrag ist am 21. August bei Eins Live gesendet worden.

35 Jugendgruppen aus ganz Deutschland beteiligen sich an dem Wettbewerb. Alle sind für den 2. Advent nach Berlin eingeladen worden. Die Arbeitsergebnisse der NicoTeens können im Internet abgerufen werden.

25.10.2001

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